Risikomanagement wird wichtiger mit dem neuen Unions-Zollkodex

Neue systembasierte Lösungen bieten den Zollbehörden bessere Möglichkeiten zur Datenauswertung. Der Unions-Zollkodex (UZK) ermöglicht es den Zollbehörden, bis fünf Jahre zurück Kontrollen durchzuführen. Das ist eine Erhöhung um zwei Jahre gegenüber der bisherigen Zollgesetzgebung. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, müssen wir die potenziellen Risiken in unseren täglichen Zollabläufen erkennen und bewältigen.

Manche Risiken sind schwerwiegender als andere

EU-weite und nationale Beschränkungen sind am wichtigsten, da die Nichteinhaltung der Gesetze und Vorschriften sehr ernste Konsequenzen bis hin zum Entzug von Zollgenehmigungen nach sich ziehen kann. Das wiederum kann den ganzen kaufmännischen Bereich Ihres Unternehmens (Kosten und/oder Kundenbeziehungen) belasten. Nummer zwei auf der Liste ist die Berechnung von Abgaben, wo etwaige Fehler große finanzielle Auswirkungen haben können. Statistische Daten sind ebenfalls wichtig, aber hier sind die Konsequenzen weniger ernst.

Systematische Fehler können belastend werden

Die automatisierten Zollverfahren von heute haben die Verarbeitung von Zollerklärungen erheblich beschleunigt. Die Kehrseite ist, dass ein Risiko systematischer Fehler besteht. Sobald die automatisierten Verfahren implementiert sind, wird davon ausgegangen, dass die vom System ausgegebenen Daten korrekt sind. Anders als bei manuellen Verfahren werden sie nicht mehr hinterfragt. Zu den möglichen Risiken gehört, dass die Quelldaten nicht ordnungsgemäß ausgewertet werden, dass Genehmigungen und Abläufe überholt sind und dass die automatisierten Verfahren allein auf der Kompetenz des jeweiligen Entwicklerteams beruhen. Es besteht ein eindeutiges Risiko, dass sich viele kleine Fehler addieren und zu großen Problemen führen, deren finanzielle Folgen enorm ausfallen können.

Internes Risiko und Auditmaßnahmen

Der Prozess der Risikoerkennung und -bewältigung im Zollbereich unterscheidet sich nicht von anderen Geschäftsbereichen. Die Herausforderungen, mit denen viele Unternehmen unserer Erfahrung nach zu kämpfen haben, sind häufig eine Folge unzureichender Kompetenz auf dem Gebiet des Zollwesens. Um das Risiko kostspieliger Fehler zu vermeiden, sollten bereits bestehende interne Compliance-Organisationen dahingehend erweitert werden, dass sie auch die Zollangelegenheiten mit einschließen. Es ist unbedingt notwendig, über feste Arbeitsabläufe und -verfahren zu verfügen und die Leistung regelmäßig zu überprüfen.

 

Wir drängen unsere Kunden dazu, die Zoll-Compliance in ihre Programme für die Risikobewertung und für interne Audits einzubeziehen.

Wo ein Mangel an interner Kompetenz besteht, kann externe Expertise eingekauft werden, um das unternehmensinterne Wissen auszubauen und entsprechende Risikobewertungs- und Auditprogramme zu erarbeiten.

Catharina Olofsson, Consulting Director
catharina.olofsson@kghcustoms.com

Gepostet von Ann-sofie Fransson, vor 2 Jahren

Newsletter

Kommentare

Weitere Fallbeispiele

Wie lässt sich der Erfolg Ihrer Zollabwicklung messen? Wie lassen sich Verbesserungsmöglichkeiten finden und unnötige Kosten vermeiden?
Laden Sie unseren Bericht zu den Auswirkungen des UZK herunter und nutzen Sie die Ergebnisse, um Ihr weiteres Vorgehen zu planen. Erfahren Sie mehr darüber, welche Bereiche Ihrer Geschäftstätigkeit betroffen sind und welches die Haupthindernisse sind, Maßnahmen zu ergreifen.
Wenn Sie in Ihrem Unternehmen für Zoll- und Handelsfragen zuständig sind, wissen Sie sicher bereits, dass die Einführung der neuen UZK-Gesetzgebung (Unions-Zollkodex) bevorsteht.
Der neue Unions-Zollkodex (UZK) wird sich auf die meisten Zollverfahren auswirken.