UZK – Auswirkungen auf die Software

Während des Umsetzungsueitraumes des neuen Unions-Zollkodex (UZK), der voraussichtlich zwischen dem 1. Mai 2016 und dem 31. Dezember 2020 liegen wird, wird vorausgesetzt, dass jeder der Zollerklärungen abgibt die dazuverwendete Software aktualisiert. Doch welche Auswirkungen wird der UZK auf die übrige Unternehmenssoftware haben? So wird künftig beispielsweise die Datenqualität für die Übereinstimmung mit den Vorschriften entscheidend sein, da die Zollverwaltungen bessere Möglichkeiten zur Auswertung und Überprüfung der an sie übermittelten Daten haben werden.

Die Umsetzung des neuen Unions-Zollkodex (UZK) wird sich auf sämtliche Zollverfahren auswirken. In diesem Beitrag möchten wir Sie zum einen auf diese Auswirkungen, die der UZK auf die im Tagesgeschäft eingesetzte Software hat und worauf sie achten sollten, aufmerksam machen.

 

Zollanmeldungssysteme

Alle nationalen Zollbehörden innerhalb der EU sind derzeit dabei, ihre Zollanmeldungssystem auf etwaigen Änderungsbedarf zu überprüfen. Eine entscheidende Veränderung ist, dass die gesamte herkömmliche Kommunikation in elektronische Nachrichten umgewandelt werden muss. Bei der Überprüfung müssen auch die neuen Datensätze beachtet werden, die bei den verschiedenen Zollerklärungsverfahren verlangt werden. Außerdem wird es neue Verfahren für die Anmeldung von Waren für den Import und Export geben, etwa die zentrale Zollabfertigung und die Eigenkontrolle. Das bedeutet, dass wir die heute verwendeten Zollerklärungssysteme aktualisieren müssen.

Auswirkungen auf andere Unternehmenssoftware

Andere Unternehmenssoftware, die für die Zollabfertigung benötigte Datenelemente bereitstellt, könnte ebenfalls betroffen sein. Dies gilt unabhängig davon, ob Ihr Unternehmen die Zollerklärungen selbst erstellt oder ob Sie Ihre Daten einem Zollvertreter weitergeben, der in Ihrem Namen die Zollerklärungen abgibt. Da fortan mehr Daten erforderlich sind, werden diese entweder aus neuen oder bereits bestehenden Datensystemen entnommen. In einigen Fällen werden zukünftig Daten benötigt, die in heutigen Datensystemen nicht verfügbar sind. Sie werden dann eine Möglichkeit finden müssen, diese Daten zu erfassen. Wenn Ihre Unternehmenssoftware mit einem Zollanmeldungssystem verknüpft ist, werden Sie unter Umständen auch neu einstellen müssen, woher die Daten bezogen und wohin sie weitergeleitet werden.

Datenqualität

Die Qualität der Daten, die den Zollbehörden bereitgestellt werden, wird weiter von großer Bedeutung sein. Sobald die neuen, auf dem UZK-System basierenden Lösungen eingeführt werden, stehen den Zollbehörden umfangreichere Möglichkeiten zur Verfügung, die von den verschiedenen Betreibern bereitgestellten Daten auszuwerten und zu überprüfen. Das bedeutet, dass sich Fehler bei der Klassifizierung oder bei der Angabe des Zollwerts und der Herkunft leichter aufdecken lassen.

Die Notwendigkeit, informiert zu bleiben

Um bestimmen zu können, wie stark sich die Regelungen des UZK auf Ihr Unternehmen auswirken werden, ist es unerlässlich, dass Sie auf dem Laufenden bleiben. Informationen seitens der EU, den nationalen Zollbehörden, Softwareanbietern und Zollvertretern können für eine reibungslose Umstellung auf die neuen systembasierten Lösungen ganz entscheidend sein. Außerdem ist es wichtig, dass Sie die zukünftigen Bedürfnisse Ihres Unternehmens im Hinblick auf die Zollprozesse möglichst genau kennen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können.

Zeitplan

Die meisten systembasierten Lösungen werden in der zweiten Hälfte der Übergangsphase eingeführt. Das bedeutet, dass viele Veränderungen in den Jahren 2018-2020 stattfinden werden. Es ist allerdings schwierig einen Zeitplan zu erstellen, da die Termine für die Änderungen teilweise von der EU und teilweise von den einzelnen Mitgliedstaaten festgelegt werden. Wenn Ihre Geschäftstätigkeit von Zollbestimmungen betroffen ist, sollten Sie sich also unbedingt mit der EU-Kommission, ebenso wie mit den Zollbehörden der Mitgliedstaaten, beraten.

KGH kann Ihnen bei Ihrem weiteren Vorgehen helfen

Wenn Ihnen im Unternehmen die erforderliche Fachkompetenz oder die Ressourcen fehlen, um Ihren Bedarf zu ermitteln, kann Ihnen KGH hierbei behilflich sein.

 

Vier Maßnahmen, die zu erwägen sind

  • Wenn Sie ein eigenes Zollanmeldungssystem verwenden, sollten Sie sich von Ihrem Softwareanbieter zusichern lassen, dass er zum Zeitpunkt der Einführung der neuen Systeme eine entsprechende Lösung bereithalten kann. Sie sollten sich auch über die Kosten für zukünftige Upgrades informieren.
  • Wenn Sie Zollvertreter beauftragen, vergewissern Sie sich, dass diese die mit dem UZK verbundenen Veränderungen kennen und einen Plan für die Umsetzung haben.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie über die Datenelemente verfügen, die in den Datensatzspezifikationen des UZK angegeben sind und, dass die verwendeten Daten gültig sind.

 

Klären Sie, wer sich bei Ihnen intern mit Zollverfahren auskennt und stellen Sie sicher, dass sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden bleiben.

 

Catharina Olofsson, Consulting Director
catharina.olofsson@kghcustoms.com

 

 

Gepostet von KGH Customs, vor 3 Jahren

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