UZK – Neue Geschäftsmöglichkeiten im Bereich Lagerung

Mit den richtigen Verfahren und einer AEO-Zertifizierung kann Ihr Unternehmen Kosten sparen. Es sind Bürgschaften erforderlich, aber es gibt Möglichkeiten, Vergünstigungen oder sogar Erlasse zu bekommen.

Der neue Unions-Zollkodex (UZK) wird sich auf die meisten Zollverfahren auswirken. Die Lagerungsverfahren, Temporary Storage (TS) und Customs Warehousing (CW), sind da keine Ausnahme. Wir möchten Sie zu einigen der wichtigsten Veränderungen und Möglichkeiten beraten, die damit verbunden sind.

 

Unterschiedliche Fristen

Zunächst sehen wir durchaus Unterschiede, was die Fristen und Zeitpläne für die Einführung der neuen Regeln und den Aufbau der neuen computergestützten Systeme betrifft. Die meisten Mitgliedsstaaten planen, die Änderungen relativ spät innerhalb der Übergangsphase zum UZK umzusetzen. Es gibt allerdings Ausnahmen, wie etwa Schweden, das die Implementierung zum 1. November 2016 plant.

Vorübergehende Lagerung (Temporary Storage, TS) – eine Alternative zum Zolllager (Customs Warehousing, CW)?

Das Zeitlimit für Waren im TS-Verfahren wird von 20 bzw. 45 Tagen auf 90 Tage erweitert. Damit könnte TS für manche Betreiber zu einer echten Alternative gegenüber dem CW werden. Die Anforderungen für den Betrieb von TS werden niedriger sein als beim CW. Das könnte TS für Unternehmen attraktiver machen, die Waren bis zu 90 Tage lagern.

Mit AEO könnten Sie Geld sparen

Eine Voraussetzung für den Betrieb eines CW oder eines TS ist es, gegenüber der Zollbehörde eine Bürgschaft zu leisten, welche die Zollgebühren für sämtliche Waren im Lagerungsprozess abdeckt. Durch diese Bürgschaften entstehen dem Handel enorme Kosten. Sie können eine Vergünstigung oder gar den Erlass beantragen, wenn die entsprechenden Anforderungen erfüllt sind. Die Anforderungen für Vergünstigungen und Erlasse sind ähnlich wie die Kriterien für die Anerkennung als Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter (Authorised Economic Operator – AEO). Inhaber von AEO-Zertifikaten sind somit für die Beantragung von Vergünstigungen oder Erlassen bestens gerüstet.

Elektronische Kommunikation ist erforderlich

Da die gesamte Kommunikation mit den Zollbehörden auf elektronischem Wege erfolgen wird, müssen die Erklärungen zum Güterverkehr im TS- und CW-Verfahren ebenfalls in elektronischer Form abgegeben werden. Dieses Erfordernis zieht Veränderungen bei den Zollerklärungsverfahren nach sich, und je nachdem, welche Daten übermittelt werden müssen, könnten auch Ihre derzeitigen EDV-Systeme betroffen sein.

 

Vier Maßnahmen, die zu erwägen sind

  • Überprüfen Sie die Fristen und Zeitpläne der für Sie zuständigen Zollbehörden, um herauszufinden, wann die neuen Regeln zu TS und CW in Kraft treten. So können Sie sicherstellen, dass Sie vorbereitet sind, wenn die Änderungen wirksam werden.
  • Überprüfen und erfassen Sie den Lagerungsbedarf Ihres Unternehmens. Ist für Sie TS ausreichend, oder brauchen Sie CW?
  • Bewerten Sie die Vorteile eines AEO-Zertifikats im Hinblick auf die Lagerungsverfahren ebenso wie auf die gesamten Zollangelegenheiten Ihres Unternehmens. Wenn die Vorteile die Investitionen überwiegen, sollten Sie ein Projekt zur AEO-Compliance starten, um frühzeitig einen AEO-Antrag stellen zu können. Falls Sie bereits über ein AEO-Zertifikat verfügen, sollten Sie sich mit den neuen Anforderungen vertraut machen, damit Sie bei der AEO-Neuüberprüfung vorbereitet sind.
  • Bringen Sie in Erfahrung, welche Informationen künftig erforderlich sind, und sorgen Sie dafür, dass Sie diese bereitstellen können.

 

Wenn Ihnen im Unternehmen die erforderliche Fachkompetenz oder die Ressourcen fehlen, um die neuen Verfahren zu überprüfen und umzusetzen, kann Ihnen KGH hierbei behilflich sein.

 

Catharina Olofsson
catharina.olofsson@kghcustoms.com

 

 

Gepostet von KGH Customs, vor 3 Jahren

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